Ein ganz besonderes Hörbuch.
Besonders in vieler Hinsicht. Der Autor Dirk Riepe liest sein Werk selbst. Als erzähle er seine eigene Geschichte, überzeugt Riepe durch Authentizität. Mit angenehmer Stimme erzählt der Autor die Geschichte von Kurt und Claudia. Diese Geschichte hat nicht viel Normales an sich. Die Protagonisten Kurt – knapp über dreißig aus dem Arbeitermilieu - und Claudia – eine junge Frau aus gutem Hause, begegnen sich in einer Welt, die für Menschen mit neurologischen Erkrankungen Freiheit bedeuten kann. Freiheit so zu sein, wie man ist. Nichts verstecken zu müssen. In einer Rehaklinik.
Kurt und Claudia haben Multiple Sklerose. Kurt steht neuen Herausforderungen gegenüber, wobei er sich selbst die größte Hürde ist. Ob es sein bemitleidenswerter Versuch mit Fellmütze und Sonnenbrille getarnt, den ersten Rollstuhlausflug zu unternehmen oder beim Sport in der Rehaklinik durch fulminante Flugeinlagen zu überzeugen, behindert sein will gelernt sein.
So ergibt sich eine beeindruckende, tragikomische Beziehungsgeschichte aus dem Leben zweier junger Menschen, die nicht nur wegen ihrer körperlichen Einschränkungen des Öfteren ins Trudeln kommen.
Ein tiefer Blick in ein Leben, das so gar nicht dem Klischee vom Leben mit einer Behinderung entspricht. Der Protagonist muss das Leben mit einer chronischen Krankheit, die Behinderungen nach sich gezogen hat, erst lernen. Da ist ihm Claudia mindestens eine Nasenlänge voraus.
Können zwei behinderte Menschen eigentlich selbstständig ein gemeinsames Leben führen? Was gibt man für diesen Traum auf? Kann ein Mann, obwohl selbst behindert eine körperlich eingeschränkte Frau lieben?
Ist das eigentlich alles so einfach?
